EINE KLEINE GESCHICHTE
DER OPÉRA GARNIER
EIN UNTERIRDISCHER SEE
DAS PHANTOM DER OPER
Im Jahr 1862 war der Boden auf dem Baugelände sumpfig. Beim Bau der Fundamente entdeckte Charles Garnier in weniger als acht Metern Tiefe Grundwasser, das er nicht abpumpen konnte und das die Baustelle immer wieder überschwemmte.
Er ließ daraufhin eine Betonwanne errichten, eine Art große wasserdichte Schutzkonstruktion. Doch weiterhin drang Wasser ein. Garnier fand schließlich eine ebenso einfache wie geniale Lösung: Anstatt zu versuchen, das Wasser aus dem Gebäude fernzuhalten, ließ er die Wanne vollständig damit füllen. Das Wasser diente so als zusätzliches Gewicht, stabilisierte den zentralen Gebäudeteil und damit die gesamte Konstruktion.
Auf diese Weise entstand unter der Opéra ein künstlicher „See“. Dieser Ort beflügelte später die Fantasie und trug insbesondere zum Mythos des Phantoms der Oper bei, den der Schriftsteller Gaston Leroux 1910 schuf und dessen Geschichte später für Theater und Musical adaptiert wurde.






